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Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr
03 Jul

Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr

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Am Wochenende vom 27. bis 28. Juni 2015 schlüpfte unsere Jugendfeuerwehr Neubrandenburg Oststadt beim alljährlichen „24-h-Dienst“ wieder in die Rolle der Berufsfeuerwehr und musste neben genügend Spiel, Spaß und Sport u.a. erlerntes Wissen und Können in die Praxis umsetzen.

 

Um 8:00 Uhr ging es am Samstag mit Antreten, Belehrung und Fahrzeugeinteilung los. In voller Stärke besetzt waren LF und TLF, der MTW rückte zur Unterstützung der TLF-Staffel mit einem zusätzlichen Melder aus.
Nach einer Frühstückspause wurden um 9:00 Uhr den Jugendlichen die Möglichkeiten von Hohlstrahlrohren bei der Innenbrandbekämpfung praktisch dargestellt. Doch diese Ausbildung musste unterbrochen werden, da der erste Einsatz – gleich ein richtiger Zugalarm – dazwischenkam.

Die Meldung lautete: FEUER GROß – KÜCHENBRAND – PERSONEN VERMISST! Eine ernste Meldung, bei der den Gruppenführern Eric und Lucas schon auf der Anfahrt der Kopf rauchte, schließlich muss man bei Menschenleben in Gefahr schnell und überlegt handeln! Die Gruppenführer erhielten bei der Anfahrt zum Gebäude die Gebäudepläne. Dort angekommen quollen die dicken Rauchschwaden bereits aus mehreren Fenstern im 1. OG. Sie machten sich einen Überblick über die Lage und setzten gut überlegt ihre Trupps ein.

Alle verfügbaren Kräfte eilten zur Menschenrettung über insgesamt 2 Angriffswege (Treppenhaus und Fenster über Steckleiter) ins Brandobjekt und retteten nach kurzer Zeit 3 Personen aus dem Gebäude. Während die Verletzten erstversorgt wurden, ging der Jugend-Löschzug zur Brandbekämpfung über und befreite das Objekt mittels Druckbelüftung vom Rauch. Die Verletzten wurden an Rettungsdienst und Notarzt übergeben und eine Stunde nach Alarmierung kam die Meldung „Feuer aus“. Ein gelungener Einsatz!

 

Zurück an der Wache wurden die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht, der Einsatz wurde nachbesprochen und bis zum Mittag genossen die Jugend-Kameraden ein bisschen Freizeit.

 

Pünktlich um 12 gab es dann Nudeln mit Tomatensoße und im Anschluss daran ging es weiter mit der Ausbildung über Photovoltaikanlagen und ihre Gefahren.
Eigentlich sollte danach eine Unterweisung in die Brandklassen erfolgen, doch dafür blieb keine Zeit, denn um 13:45 Uhr: ein Alarm für TLF und MTW - Flächenbrand! Im Basaltweg brannte Ödland auf einer kleinen Böschung und drohte, sich auszubreiten. Die Mannschaft begann sofort mit der Brandbekämpfung und konnte das Feuer so schnell unter Kontrolle bringen. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich hier um Brandstiftung handeln musste und der Verdächtige noch am Tatort war. Er wurde durch die Jugendfeuerwehrkräfte am Fliehen gehindert und beim Eintreffen der Polizei an diese übergeben.

 

Nahezu gleichzeitig ging auf der Jugendfeuerwache Oststadt ein erneuter Notruf ein: ein Spaziergänger meldete eine unklare Rauchentwicklung aus der Gartenanlage Mühlendamm im Lindetal. Die ausgerückte LF-Besatzung fand am Einsatzort einen uneinsichtigen Gartenmieter vor, der verbotenerweise Gartenabfälle und Unrat verbrannte. Mit Kleinlöschgerät (Kübelspritze) wurde das Feuer gelöscht und auch hier die Polizei nachgefordert.

 

Um 15 Uhr gab es Kaffee und Kuchen bei schönstem Sommerwetter, im Anschluss daran Dienstsport in eigener Regie der Kameradinnen und Kameraden. Es wurden Tischtennis, Tischkicker, Fußball und andere sportliche Aktivitäten ausgeübt.

 

Gegen 17:30 Uhr mussten diese aber wieder unterbrochen werden, Zugalarm – es sollte mehrere Verletzte bei der FTZ in Neuendorf geben, unklare Lage. Doch was sich bereits auf der schwierigen Anfahrt dorthin andeutete, bestätigte sich vor Ort: der fiktive Einsatz musste abgebrochen werden, weil ein starkes Gewitter über Neubrandenburg wütete – mit heftigem Starkregen und Blitzeinschlägen in der Nähe des „Einsatzortes“. Die Kinder und Jugendlichen wurden wieder zum sicheren Gerätehaus zurückgebracht und waren heilfroh, dass sie diesen Einsatz nicht abarbeiten mussten, obwohl sie dazu jederzeit bereit waren.

 

Knapp auf der Wache angekommen, wurde das Wetter rasch deutlich besser und die Schlechtwetterfront verzog sich wieder. Also konnten sich alle bald auf Abendbrot mit Gegrilltem freuen.
Nachdem schließlich alle gemeinsam Fußball auf dem Hof spielten, forderten sie übermütig ihre Ausbilder auf ein Beachvolleyball-Match heraus, bei dem die Erwachsenen der Jugend zwar zahlenmäßig deutlich unterlegen, taktisch und technisch aber natürlich besser ausgestattet waren und so in beiden Spielen einen eindeutigen Sieg einbrachten, wobei auch die Jugendfeuerwehr guten Einsatz gezeigt hat!

Um 22 Uhr war Nachtruhe angesagt und alle fielen vom Tag geschafft in die Betten.
Gut ausgeschlafen hieß es am Sonntagmorgen um 6:00 Uhr Aufstehen, Schlafraum aufräumen und Frühstück vorbereiten. Bevor jedoch der Sturm auf Brötchen, Marmelade und Wurst begann, fand noch eine kurze Frühsport-Sequenz statt – 3 Runden um das Feuerwehrgelände laufen.

 

Etwa 8:30 Uhr ging dann der letzte Notruf ein: 2 Pilzsammlerinnen hatten sich irgendwo im Wald am Augustabad verlaufen. Der gesamte Jugendfeuerwehr-Zug machte sich auf den Weg. Vor Ort wurden sie von der Polizei eingewiesen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, eine geordnete Suchkette zu bilden, gaben die beiden Gruppenführer dann doch klare Anweisungen und sehr schnell wurde auch die erste Person gefunden, die wohlauf war und erzählte, dass sich auch noch ein Freund, also ein dritter Vermisster im Wald befand. Die Frau wurde zum Sammelpunkt an den Fahrzeugen gebracht und die Suche fortgesetzt. Es dauerte nicht lange, bis die Suchmannschaft auch die 2. Pilzsammlerin an einem Baum sitzend entdeckte. Als sie jedoch zum Waldweg begleitet wurde, stürzte sie unglücklich und zog sich scheinbar eine Unterschenkelfraktur am rechten Bein zu. Gut vorbereitet konnten die Jugend-Kameraden sie mithilfe des mitgeführten Erste-Hilfe-Kastens erstversorgen, während ein weiterer zum Fahrzeug eilte, um das Tragetuch zu holen. Ein RTW wurde an die Einsatzstelle nachgefordert. Zur selben Zeit sahen einige aus der gestoppten Suchkette, dass sich im Dickicht, nicht weit entfernt, jemand bewegte – auch der letzte Vermisste wurde gefunden, unverletzt. Die gesamte Mannschaft kehrte geschlossen mit den beiden Personen zu den Fahrzeugen zurück und übergab die 3 Waldläufer an Rettungsdienst und Polizei.

 

An der Wache wurden dann die Fahrzeuge einsatzbereit gemacht, die Ordnung wiederhergestellt und alle freuten sich nach diesem erlebnisreichen Wochenende um 11 Uhr auf einen sonnigen Restsonntag, bevor es am Montag wieder in die Schule ging.
So endete der Berufsfeuerwehrtag nach 28 Stunden.

 

Wir bedanken uns vielmals bei allen Helfern und Supportern für die super Unterstützung, ohne die so eine Aktion natürlich niemals möglich wäre!

 

die Jugendfeuerwehr
Neubrandenburg Oststadt

 

 

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